Das Gedicht über einen Programmierer, der sich die Finger wund tastet
Therapiesitzung vom Januar 16, 2010
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Aktenschrank: Texte
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Der Programmierer
Wer tastet sich nachts die Finger klamm ?
Es ist der Programmierer mit seinem Programm!
Er tastet und tastet. Er tastet schnell,
Im Osten wird schon der Himmel hell.
Sein Haar ist ergraut, seine Hände zittern,
vom unablässigen Kernspeicher füttern.
Da – aus dem Kernspeicher ertönt ein
Geflüster:
“Wer poltert in meinem Basisregister?”
Nur ruhig, nur ruhig, ihr lieben Bits,
es ist doch nur ein kleiner Witz..
Mein Meister, mein Meister, sieh mal dort !
Da vorne schleicht sich ein Vorzeichen fort!
Bleib ruhig, bleib ruhig, mein liebes Kind,
ich hole es wieder. Ganz bestimmt.
Mein Meister, mein Meister, hörst du das
Grollen ?
Die wilden Bits durch den Kernspeicher tollen!
Nur ruhig, nur ruhig, das haben wir gleich,
die sperren wir in den Pufferbereich.
Er tastet und tastet wie besessen,
Scheiße – jetzt hat er das Saven vergessen,
der Programmierer schreit in höchster Qual,
da zuckt durch das Fenster ein Sonnenstrahl.
Der Bildschirm schimmert im Morgenrot,
Das Programm gestorben, der Programmierer
TOT
